Der Schwibbogen – erzgebirgische Tradition zu Weihnachten

Schwibbogen

Auch außerhalb des Erzgebirges sind die handgefertigten Lichterbögen, besser bekannt als Schwibbögen, bekannt und beliebt. Weihnachtliche und festliche Beleuchtung ist ohne diesen prachtvollen Fensterschmuck, der auch heute noch in Handarbeit gefertigt wird und somit immer ein Unikat ist, für viele nicht denkbar. Der Name Schwibbogen kommt ursprünglich aus der Architektur und bedeutet soviel wie Schwebebogen oder Strebebogen – ein zwischen zwei Mauerteilen frei stehender Bogen. Auch der traditionelle Lichterbogen aus dem Erzgebirge ist eine Art Schwebebogen, allerdings in der Funktion eines Kerzenhalters, der reich mit Schnitzwerk versehen ist.

Die Geschichte des Schwibbogens

Erstmals Erwähnung fand der Schwibbogen im Jahre 1726. Wie Funde von frühen Schwibbögen zeigen, wurden sie damals noch aus Eisen gefertigt und nicht, wie heute üblich, aus Holz. Über die Datierung des ersten Schwibbogen-Fundes ist man sich nicht ganz einig: Es gibt Quellen, die einen Fund aus dem Jahre 1740 in Johanngeorgenstadt bestätigen, andere Jahreszahlen bewegen sich zwischen 1778 und 1810. Zu dieser Zeit jedoch war die Haupteinnahmequelle der Erzgebirgler der Bergbau. Mit der Herstellung der Lichterbögen drückten die Arbeiter, die meist kein Tageslicht sahen, ihre Sehnsucht nach Licht aus. In die Fenster der Häuser gestellt, sollten die Schwibbögen den Bergleuten in der Dunkelheit den Weg nach Hause weisen.

Typische Motive des traditionellen Lichterbogens

Zu Beginn waren die Schwibbögen in den sächsischen Bergbaudörfern häufig mit Motiven versehen, die den Alltag und die Familien der Erzgebirgler, insbesondere der Bergleute, darstellten. Heutzutage schmücken die Lichterbögen, die meist aus Holz geschnitzt und nicht mehr aus Metall geschmiedet sind, häufig Figuren der Weihnachtsgeschichte, aber auch historische Motive, wie die Kirche in Seiffen oder die Dresdner Frauenkirche. Mittlerweile gibt es auch Schwibbögen, die zu dreidimensionalen Modellen ausgearbeitet wurden und deren Mittelteil noch zusätzlich beleuchtet ist. Der Schwibbogen, der ursprünglich mit Wachskerzen bestückt war, wird – nicht zuletzt auch aus Sicherheitsgründen – heute meist mit elektrischen Kerzen betrieben.

Der Lichterbogen als Deko über die Weihnachtszeit hinaus

Der Lichterbogen und im Speziellen auch der Schwibbogen werden zwar hauptsächlich als Dekoration in der Advents- und Weihnachtszeit verwendet, können aber auch über die Festtage hinaus mit ihrem funkelnden Licht für gemütliche Stimmung in den dunklen Wintermonaten sorgen.